Evangelischer Kirchenkreis Nauen - Rathenow
Gottesdienstbesuch in Afrika
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| Während des Gottesdienstes |
Eine nicht alltägliche Urlaubsgeschichte
Vorbei sind Ferien und Urlaub – für viele die wohl schönste Zeit des Jahres. Schönste Zeit schon deshalb, weil endlich mal wieder richtig Zeit da ist für die Familie, die Kinder, für Unternehmungen, für eine Reise, für ein gutes Buch, für Dinge und Interessen, zu denen ich so selten komme, ja auch Zeit zum Nachdenken über mein Leben und das, was es trägt.
Nicht wenige finden im Urlaub den Weg in eine Kirche. Ist es touristisches Interesse? Ist es mehr? Ist es die Sehnsucht nach Antwort auf existentielle Fragen? Ist es die Suche nach Halt in einer Welt, die so haltlos ist; nach Hoffnung in einer Welt, die so hoffnungslos scheint; nach Glauben in einer Welt, die von Zweifel geprägt ist?
Auch ich habe in diesem Urlaub eine Kirche besucht. Nur war das kleine Gebäude an jenem Sonntagmorgen leer, so leer wie manche unserer Dorfkirchen auch. Aber nicht, weil keiner gekommen wäre; ganz im Gegenteil, wie sich dann herausstellen sollte. Bereits eine Stunde vor Beginn des Gottesdienstes waren schon zu viele Menschen da. Was sollte man tun? – Ganz einfach: die Kirche ausräumen, Bänke und Altar unter schattigen Bäumen aufstellen. Alle herbeizuschaffenden Sitzgelegenheiten herantransportieren, Bänke aus der nahen Schule und Plastikstühle.
Der Gottesdienst dieser lutherischen Dorfgemeinde konnte natürlich nicht pünktlich beginnen. Machte aber nichts, der Chorleiter nutzte die Zeit, um schon mal ein paar neue Lieder einzuüben. Und weil dieser ganze Aufwand sich für eine knappe Stunde nicht lohnte, blieb man dann gleich vier Stunden zusammen: fröhlich,singend, andächtig, jubelnd, betend, diskutierend. Viele wirkten vorne mit. Ganz neidisch konnte man da werden: eine lebendige und bewegte Gemeinde. Und spätestens als der Chor „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“ in Suaheli anstimmte, da fühlte man sich, tausende Kilometer vom Havelland entfernt, zu Hause.
Mein Weg führte mich schon einmal hierher. Und so hörte ich jetzt: „Schön, dass du mit deiner Familie zurückgekommen bist. Wir gehören alle zur Familie Gottes. Bwana asifiwe! Der Herr sei gepriesen!“ Und die ganze versammelte Gemeinde antwortete wie aus einem Munde: „Amen.“
Seien Sie herzlich gegrüßt
Ihr Pfr. Th. Zastrow
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